AHRWEILER. Schädelpressen, Folterstühle, Krokodilklemmen, Beinzertrümmerer und Schandmasken -
wer in den kommenden Wochen die Hauptgeschäftsstelle der Kreissparkasse
in Ahrweiler besucht, fühlt sich ins düsterste Mittelalter versetzt.
Doch die gruseligen Exponate, die vom Löhndorfer Schmied Peter Overrath
nach originalen Vorbildern angefertigt wurden, sind keine
Reglementierungswerkzeuge für unliebsame Bankkunden.
Die Ausstellung zeigt Requisiten aus dem Film "1501 -
Hexenwahn und Armut in Ahrweiler", den Wolfgang Arends und Jürgen
Drüeke zurzeit mit großem Aufwand und rund 150 Mitwirkenden drehen.
Der Film greift die Hexenverfolgung in der mittelalterlichen Stadt
Ahrweiler auf und bedient sich dabei wahrer Geschehnisse. So kommt in
der Handlung auch die erste nachweislich verbrannte Hexe, Tryne van
Eich, vor, die für die Totgeburt eines Kindes verantwortlich gemacht
wurde. Der Prozess wird auch der temperamentvollen Küfersfrau Johanna
(Klaudia Klein) gemacht, der die Schuld an der Zerstörung des
Nenterthofes bei Ramersbach gegeben wird. Dazu dient auch der
"Hexenstuhl", ein wenig komfortables Sitzmöbel, auf dem die Folterungen
ausgeführt wurden.
Angesichts der brutalen Verhörinstrumente zeigten sich auch KSK-Geschäftsstellenleiter
Rolf Eberle und Marktbereichsleiter Richard Lindner reichlich
beeindruckt. "Dabei brauchte es nicht immer schweres Eisen, um den
Leuten ein Geständnis zu entlocken - ein paar
unter die Fingernägel getriebene Holzspäne waren wenig aufwendig, aber
sehr wirkungsvoll", erläuterte Wolfgang Arends bei der Vernissage.
Daneben sind ein Keuschheitsgürtel, eine Ritterrüstung aus dem 15.
Jahrhundert sowie einige prachtvolle Adelsgewänder der betuchteren
Bürger des Mittelalters zu bestaunen. Gefertigt wurden sie in
monatelanger Arbeit von Irmgard und Renate Marienthal teils nach alten
Vorbildern, teils von der Fantasie inspiriert.
Auch Bianca Köhne stellte aus ihrem Heimersheimer Mittelalterladen
einige Kleidungsstücke zur Verfügung. Auf Waffen verzichteten die
Aussteller. Zudem zeigen einige Fotos von den Dreharbeiten die
Entstehung des neuen Streifens. "Ende November wollen wir mit den
Außenaufnahmen fertig sein, Ende Januar mit den Innenaufnahmen. Der
Film soll im Frühjahr präsentiert werden", kündigte Arends an. Die
Ausstellung ist noch bis Montag, 30. November, zu den Geschäftszeiten
in der Filiale zu besichtigen. (ith)
RZ Bad Neuenahr-Ahrweiler vom Dienstag, 17. November 2009, Seite 17